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Tag des Waldes

Heute, am 21. März, ist der internationale „Tag des Waldes“ und heute wird der „Baum des Jahres 2016“ öffentlich präsentiert. In Kooperation mit dem Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) hat das Kuratorium Wald für 2016 die Eiche nominiert!

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Foto: Pixabay

Die Eiche ist in vielerlei Hinsicht eine der wichtigsten Baumgattungen der Nordhalbkugel. Gerade in diesen Zeiten des Klimawandels ist sie einer der wenigen Bäume, die äußerst flexibel auf sich verändernde Umweltbedingungen reagiert, sich neuen Situationen rasch anpassen kann und ein enorm hohes Regenerationspotenzial hat.

Selbst so trockene und heiße Sommer wie im vergangenen Jahr können der Eiche nicht viel anhaben. Durch ihr ausgeklügeltes Wurzelsystem ist es ihr möglich an ausreichend Wasser zur Versorgung zu gelangen. Tiefe, starke Pfahlwurzeln bohren sich auch durch noch so harte Bodenschichten um darunter liegende, wasserführende Schichten zu erreichen, gleichzeitig können feine Wurzeln geringste Wassermengen an der Oberfläche blitzschnell aufnehmen.

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Foto: Pixabay

Es gibt weltweit rund 500 verschiedene Arten von Eichen. Je nach Art und Standort kann der langsam wachsende Baum bis zu 2000 Jahre alt werden und maximale Höhen von 35 bis 40 m erreichen.

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Foto: Pixabay

Die Eiche war schon in antiker Zeit sehr wichtig und galt häufig als heiliger Baum. Oft wurde sie mit blitztragenden Göttern in Verbindung gebracht. Bei den alten Griechen war sie Zeus geweiht, zudem gab es das sogenannte „Eichenorakel von Dodona“ im Epirus.
Bei den Römern wurde die Eiche Jupiter zugewiesen und galt im alten Rom als Sinnbild des „Goldenen Zeitalters“.
Bei den Kelten war die Eiche der Baum des Himmelsherrschers und Wettergottes Taranis, außerdem leitete sich das keltische Wort Druide, Priester, von „duir“, was Eiche bedeutet, ab. Und wer widerrechtlich einen Eichenhain fällte, war dem Tode geweiht.

Schon in antiker Zeit war das Holz der Eiche ein sehr wertvoller Rohstoff und galt als fest und witterungsbeständig. Fenster, Türen, Möbel, aber auch Schiffe wurden aus Eichenholz gefertigt.

Auch heute wird das Holz der Eiche als gutes Bau- und Schreinerholz geschätzt und entsprechend verarbeitet. Wie in der Antike auch wird Eichenholz heute gerne für hochwertige Möbel, Fenster, Türen und Böden verwendet, ebenso wie für die Anfertigung von Barriques, den Eichenholzfässern. In ihnen reift und lagert Wein, Whisky oder Bier.

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Foto: Pixabay

Die Eiche ist auch Wohnraum für unzählige Vögel, die in ihr nisten, Fledermäuse und bis zu 1000 Insektenarten, darunter der Große Eichenbockkäfer, der vom Aussterben bedroht ist. Eichhörnchen und Eichelhäher lieben die Früchte der Eichen, die Eicheln. Sie sind äußerst nährstoffreich und wichtiger Energielieferant für die Tiere im Winter. Auch für die Wildschweine sind Eicheln ein Leckerbissen.

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Foto: Pixabay

Doch Eicheln sind nicht nur Tierfutter, vor allem in Kriegszeiten waren die Früchte der Eiche nahrhaftes Nahrungsmittel für die Menschen. Eicheln gehören zu den Nussfrüchten, die reich an Kohlenhydraten sind. Allerdings ist die rohe Eichel für den Menschen giftig und der Rohverzehr kann zu Durchfall und Erbrechen führen.
Wässert man aber die geschälten Eicheln, werden die Gerbstoffe, die dafür verantwortlich sind, ausgeschwemmt.

Wenn sich das Wasser nach mehrmaligem Wässern nicht mehr verfärbt, können die Eicheln verzehrt werden. Sie schmecken dann nussig und leicht süß. Die gewässerten Eicheln können getrocknet, geröstet und zerrieben und das Eichelmehl zum Backen oder als Kaffeeersatz verwendet werden.

Die große, knorrige Eiche ist ein Baum mit Geschichte und mit vielen Geschichten. Sie hatte seit jeher große Bedeutung für die Menschen und ist ein wunderbarer Baum, der völlig zu Recht zum „Baum des Jahres 2016“ gewählt wurde.

Liebe Grüße
Doris

 

 

3 Kommentare

  1. Na,sowas . Vorige Woche fand ich abseits meiner üblichen Wege wunderschöne und seltsam gewachsene Eichen . Die Stämme sind schon unten verzweigt , habe ich noch nie so vorher gesehen .

    1. Ja, wenn man offenen Auges durch die Natur geht, sieht man plötzlich Dinge, die einem vorher nie aufgefallen sind. Ich finde ja, dass gerade die Eiche etwas Geheimnisvolles hat, vor allem, wenn es sich dabei um einen alten, knorrigen Baum handelt!
      Liebe Grüße,
      Doris

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