Gerettetes Huhn aus Bodenhaltung
Hühner

Hühner gerettet!

Wie du vielleicht schon auf meinem Blog gelesen hast, bin ich im Verein „Rette (d)ein Huhn – Verein zur Vermittlung ausgedienter Legehennen“ aktiv, um ausgezehrte Legehühner im Alter von nur 15 bis 18 Monaten vor dem sicheren Tod im Schlachthof zu bewahren.
In diesem Alter kommen Hühner in die Mauser, in der sie ihr Federkleid verlieren und sich ihr Körper regeneriert und von den Strapazen des Hochleistungs-Eierlegens erholt. In dieser Zeit legen sie kaum Eier, weshalb sie für die eierproduzierenden Betriebe unrentabel werden und deshalb „ausgestallt“, d.h. an den Schlachthof abgegeben werden. Das Huhn als Abfallprodukt!

Heute, am Ostermontag, waren meine Vereinskollegen und ich wieder einmal in besonderer Mission unterwegs. Es ging darum 80 Legehennen vor dem sicheren Tod zu retten.

Hennen aus Bodenhaltung

Diese 80 Hennen stammten aus einer Bodenhaltung und haben ihr ganzes kurzes Leben lang kein Sonnenlicht gesehen, keinen Grashalm unter ihren Beinchen gespürt und niemals die Gelegenheit gehabt im Boden zu scharren und nach Würmern und anderem Getier zu picken.

Hühner in der Bodenhaltung
Hühner in der Bodenhaltung

Die armen Geschöpfe, die dicht gedrängt in einem fast fensterlosen Raum untergebracht waren, wurden nur bei künstlichem Licht gehalten um einem einzigen Zweck zu dienen, nämlich Eier im Akkord zu legen, damit die Nachfrage zur Osterzeit gedeckt werden konnte. Jetzt, nach Ostern, haben sie ihre Schuldigkeit getan, zum Dank droht der Tod.

Mit Einverständnis des Besitzers haben wir diese Hühner heute aus ihrem „Stall“ geholt. Während der vergangenen Wochen waren wir schon auf der Suche nach neuen Plätzen für die armen Hennen und tatsächlich konnten wir alle Tiere auf neue, schlachtfreie Lebensplätze vermitteln, wo sie ein artgerechtes und glückliches Leben führen dürfen!

Hühner in der Transportbox
Hühner in der Transportbox

Durch fehlende „Beschäftigungsmöglichkeiten“ und den Stress durch die quälende Enge haben die Hühner mit dem „Federpicken“ begonnen. Deshalb hatten viele der Hennen nackte Bäuche, nackte Rücken oder nackte Hälse. Durch das gegenseitige Ausrupfen der Federn kommt es auch immer wieder zu Verletzungen. Bleiben diese unversorgt, führt das oft zur Schwächung einzelner Tiere, manchmal sogar zum Kannibalismus und zum Tod.

Hühnerpullis schützen

Das fehlende Federkleid wurde von uns so gut es ging durch „Hühnerpullis“ ersetzt. Diese Hühnerpullis sollen die nackten Hennen nicht nur vor Kälte, sondern auch vor den mittlerweile doch schon kräftigen Sonnenstrahlen und in weiterer Folge vor Sonnenbrand schützen. Sobald die Federn wieder nachgewachsen sind, werden den Hennen die Hühnerpullis wieder ausgezogen.

"<yoastmark

 

"<yoastmark

 

"<yoastmark

 

Bodenhaltung ist meines Erachtens nach der Käfighaltung – die zum Glück in Österreich bereits verboten ist – die schlimmste Form der Hühnerhaltung. Die Hühner leben dabei zwar nicht mehr in engen Käfigen, aber sie sitzen dicht gedrängt nebeneinander auf dem Boden. Das ist viel zu eng, um ein artgerechtes Leben führen zu können, aber laut Gesetz dürfen in Bodenhaltung 7 Hennen pro Quadratmeter gehalten werden! Wenn ein Außenscharrraum vorhanden ist, dürfen es sogar 9 Hennen pro Quadratmeter sein! Welch ein Wahnsinn!

Gerettetes Huhn aus Bodenhaltung
Gerettetes Huhn aus Bodenhaltung

Leute, kauft keine Eier aus Bodenhaltungen! Damit unterstützt ihr diese unfassbar miese Form der Hühnerhaltung und das Leid dieser armseligen Geschöpfe!

Traurige Grüße,
Doris

 

 

 

11 Kommentare

  1. Das ist sooo ein wichtiger Punkt, den Du da ansprichst! Wir können mit jedem Euro den wir ausgeben Politik machen und Veränderungen herbeiführen!
    Will ich meine Gemeinschaft und Region stärken, kaufe ich regional ein. Will ich kein Qualfleisch oder Qualeier – ja Gott, dann darf ich sie nicht kaufen und warten, dass ‚der Gesetzgeber‘ die anonyme Figur etwas macht.
    Ich finde die Botschaft ganz ganz wichtig. Gut für die armen gequälten Geschöpfe, die ihr gerettet habt. Furchtbar, diese stumpfen Augen zu sehen.
    Ebenfalls traurige Grüße, oli

  2. Danke, Oli! Man sagt so schön: „Der Verbraucher hat die Macht!“ Leider ist sich der einzelne Verbraucher seiner Macht nicht bewusst, und doch hat er sie! Nur wir selbst können Veränderungen herbei führen, wir dürfen nicht darauf warten, dass andere etwas für uns verändern …

  3. Ein ganz großes Lob für diese Aktion! Wie sind eigentlich die Erfahrungen, wie sich die geretteten Hühner später verhalten? Führen sie dann ein normales Hühnerleben oder merkt man ihnen diese schlimme Vergangenheit an?
    Ich selber kaufe nur Bioeier. Bei Produkten, bei denen ganz klar ist, dass da Eier drin sind, achte ich auch darauf. Es gibt aber so viele Lebensmittel, in denen Eier verarbeitet werden, bei denen man dies übersieht oder auch nicht erkenntlich ist.
    Danke nochmal fürs Wachrütteln!
    Carolin

    1. Hallo Carolin! Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Hühner recht schnell an ein normales Hühnerleben gewöhnen. Die Instinkte sind ja da, leider können sie diese in dem beengten Raum, in dem sie gehalten werden, nicht ausleben. Auch gestern haben wir eines der Hühner einfach auf die Wiese gesetzt, was eine völlig neue Erfahrung für das arme Wesen war. Ergebnis: Das Huhn hat sofort begonnen zu picken, Gras zu fressen und im Boden zu scharren. Und: Es hat sich auch in die Wiese gelegt, Flügel ein wenig zur Seite gespreizt um nur ganz viele Sonnenstrahlen auffangen zu können. 🙂
      Diese geretteten Hühner können die anhänglichsten und zutraulichsten Tiere werden, wenn man sich mit ihnen ein wenig beschäftigt!
      Liebe Grüße, Doris

  4. Ja das ist richtig schlimm. Die kommerzielle Hühnerhaltung muss aber leider so sein, denn anders rechnet es sich einfach nicht. Wenn ich daran denke, was wir im Jahr für Hühnerfutter ausgeben (wir kaufen es zu) rechnet sich das nie im Leben, wenn jemand davon leben muss.
    Ich hab allerdings den Eindruck, dass mittlerweile viele Konsumenten zu Bioeiern greifen, der Preisunterschied ist ja da auch nicht hoch – die aber leider halt auch nicht soooo toll und von einem Hühneridyll weit entfernt sind. Klar, besser als Bodenhaltung allemal, aber trotzdem kann ich nur jedem empfehlen sich einen Bauern zu suchen, der Hühner hält, die frei herumlaufen dürfen – auch wenn es dann vielleicht dann keine Bioeier sind, aber es sind definitiv die glücklicheren Eier. Und den Bauern dann bitte auch anständig bezahlen für seine Arbeit.
    liebe grüße
    mosauerin

  5. Ich bin da ganz eins mit dir! Es muss generell ein Umdenken stattfinden. Wir müssen einfach lernen, dass artgerechte Tierhaltung auch etwas kostet und bereit sein, dafür auch mehr auszugeben. Der Idealfall wäre, dass man selbst einen Garten hat, wo man sich ein paar Hühner halten kann. Dann hat man auch Kontrolle darüber, was diese zu fressen bekommen und wie sie gehalten werden. Und man braucht so keine Massenhaltung unterstützen. Wenn das nicht möglich ist, bin ich ganz bei dir: einen regionalen Bauern finden, wo glückliche Hühner leben dürfen und diesen dann auch entsprechend entlohnen! Nur so kann es gehen.
    Liebe Grüße,
    Doris

    1. Herzlichen Dank für diesen wunderbaren Award! Fair zu Tieren zu sein, sollte für uns Menschen eine Selbstverständlichkeit sein, über die man nicht nachdenken sollte. Tiere geben uns so viel, das Mindeste, das wir ihnen geben sollten, sind Respekt und Achtung!
      Ganz liebe Grüße
      Doris

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: